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Erklärung

Wem gehört RUDOLF ROCKER?

Es geistert ja schon seit längerem das Gerücht umher, daß die Rechte an den Texten RUDOLF ROCKERs bei dem einigermaßen bekannten Heiner Becker liegen sollen, weshalb viele Genoss~innen während des letzten Jahrzehnts Abstand davon genommen haben, die Texte eines der wichtigsten Theoretikers des Anarchosyndikalismus neu zu veröffentlichen.
Anfang März teilte Herr Heiner Becker aus Nordwalde meiner Anwältin folgendes mit: »Ich, Heiner Michael Becker, bin Eigner und Inhaber der exklusiven Nutzungsrechte an allen Werken von Rudolf Rocker und Milly Witkop-Rocker«. (1) Damit waren alle Unklarheiten beseitigt.
Das hilft, vor allem international – was auch immer die entsprechenden Urheber-Ländergesetze besagen. Der Rechte-Inhaber-Anarchist Becker hat „alle Rechte“ an RUDOLF ROCKER.

Ob er sich jemals juristisch gegen das Yiddisch Book Center (New York) von STEVEN SPIELBERG wendet, das in der Digital Yiddish Library ‘seine’ – ROCKERS – jiddischen Texte frei zum download publiziert? (2) Oder klagt er gegen die Veröffentlichung von Anarcosindicalismo auf Portugiesisch durch brasilianische Genoss~innen? Oder etwa gegen die spanische CNT-Stiftung Fundación Anselmo Lorenzo (FAL) in Madrid oder die spanische CGT oder die schwedische SAC?

Dafür setzte er mit einer Strafanzeige im September 2010 eine kriminalpolizeiliche Ermittlung gegen die Webseite Syndikalismus.tk in Gang, die bis heute nicht beendet ist. Gegen mehrere Genossen ermittelt also die Staatsanwaltschaft Münster (in Hamburg z.B. die Abteilung für Cyberkriminalität des LKA gegen mich), ob der Urheberschaft von S.tk – und der Publizierung von Anarcho-Syndikalismus dortselbst im Januar 2010 als pdf-download. Zur Last legt mir Herr Becker und dem „Umfeld der FAU“ auch die Publizierung von Nationalismus und Kultur im Internet gegen Ende 2009. Angeblich haben mich Genoss~innen aus eben diesem „Umfeld“ „als einen der Verantwortlichen“ genannt … (3) Es gab keinerlei Beweise für meine ‘Täterschaft’ – ebensowenig wie eine Rücknahme der falschen Anschuldigung und Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft.

Die privatrechtliche Aneignung aller Rechte an RUDOLF ROCKER ist schon abenteuerlich genug. So wird der bekannteste deutschsprachige Theoretiker des internationalen Anarchosyndikalismus für privatkapitalistische Bestrebungen herabgewürdigt – unter dem Deckmantel der ‘Bewahrung des Erbes’ des Genossen Rudolf und seiner Genossin Milly. Als Argument für die Übertragung der Nutzungsrechte führt Herr Becker an, daß RUDOLF ROCKER sich zeitlebens »darüber aufgeregt habe, daß von [ihm] verfaßte Arbeiten ungefragt und unautorisiert reproduziert und häufig auch verändert wurden«. Aus diesem Grunde übertrug dessen Sohn Fermin – durch einen Schenkungsvertrag vom 3. Juli 1996 – sämtliche Rechte an allen Werken ROCKERs und seiner Frau an Herrn Becker, zur Wahrung »aller Rechte am literarischen Werk seiner Eltern«.

Es mag nun dahingestellt sein, was ein ‚literarisches Werk’ und was ein agitatorischer Beitrag eines anarchosyndikalistischen Gewerkschafters im Funktionärsstatus der FAUD/AS und/oder der syndikalistischen INTERNATIONALEN ARBEITER-ASSOZIATION (IAA) gewesen ist: etwa Artikel in der anarchosyndikalistischen Presse, seine – in der Regel programmatischen – Referate auf FAUD- oder IAA-Kongressen, oder die von ihm verfaßten Prinzipienerklärungen für die FAUD, die IAA, oder auch der FÖDERATION KOMMUNISTISCHER ANARCHISTEN DEUTSCHLANDS (FKAD). Urheberrechtlich gibt es keinen Unterschied. Niemand darf diese abdrucken – genauso wie ins deutsche (rück)übersetzte Texte aus anderen Sprachen! – es sei denn, er hat die Genehmigung von Herrn Becker.

Seit der durch ein damaliges Mitglied der FAU Hamburg initiierten Wiederveröffentlichung von ROCKERs philosophisch-historischem Hauptwerk Nationalismus und Kultur im Jahre 1999 hat Beckers Verlag, die Bibliothek Thélème Verlagsgesellschaft mbH, weder eine zweite Auflage dieses Buches noch andere ROCKER-Texte herausgegeben. Käuflich erwerben kann man sie auch kaum noch, nicht mal antiquarisch (4). Die groß angekündigte Herausgabe der mehrbändigen Geschichte der Anarchie von MAX NETTLAU (deren Nutzungsrechteinhaber wohl auch Herr Becker ist) erfolgte ebenfalls bis heute nicht. Da allerdings die Nutzungsrechte 70 Jahre nach dem Tode des Verfassers erlöschen, hat Herr Becker in diesem Falle nur noch bis 2014 den alleinigen Zugriff.

Herr Becker sitzt nun noch bis zum Jahre 2028 auf den Rechten am Werk ROCKERs und publiziert seit 12 Jahren – nichts. Welchen Grund hat das? Die anarcho-syndikalistische und anarchistische Öffentlichkeit würde das gerne wissen.

Ich möchte ausdrücklich betonen, daß es sich hier nicht um eine private Fehde zwischen mir und Herrn Becker handelt, er ist mir schnurzpiepe

Folkert Mohrhof, Hamburg März 2011
• Herausgeber der BARRIKADE – Streitschrift für Anarchosyndikalismus, Unionismus und revolutionären Syndikalismus / Archiv Karl Roche

Historischer Nachsatz:
Alles erinnert übrigens fatal an den Prozeß, den Rudolf Oestreich, der Herausgeber des FKAD-Organs Der Freie Arbeiter, 1928 gegen RUDOLF ROCKER und den verantwortlichen Redakteur des Syndikalist, HELMUT RÜDIGER, anstrengte (5). Erich Mühsam kommentierte das damals: »Vielleicht kann der Staat die Dienste des klagenden Anarchisten auf die Dauer brauchen und entsprechend belohnen, nachdem sich erwiesen hat, wie erfolgreich er für die Erhöhung der öffentlichen Einnahmen aus dem Beutel von Anarchisten zu wirken weiß. Die Naturgeschichte aber ist um die Spezies des Staatsanarchismus bereichert worden.« (6)

Anmerkungen – Fußnoten:
(1) Brief Heiner Beckers vom 23.2.2011 (I) an meine Anwältin
(2) http://www.archive.org/search.php?query=Rudolf%20Rocker%20AND%20mediatype%3Atexts
(3) Brief Heiner Beckers vom 23.2.2011 (II) an meine Anwältin
(4) Siehe: Rotes Antiquariat-Katalog Januar 2011 – „gefunden“ wurde dieses exklusive Material mit Hilfe der Friedrich-Ebert-Stiftung der SPD … wer und wo – wird leider nicht mitgeteilt [Seiten 17 ff und 50]
(5) siehe Fanal. Anarchistische Monatsschrift. Herausgegeben von ERICH MÜHSAM. Jg. 2: Nr. 9, Juni 1928, S. 215f (Organisatorisches); Nr. 12, September 1928, S. 287f (Entschließung); Jg. 3: Nr. 1, Oktober 1928, S. 23f (Erich Mühsam, Schmach und Schande); Nr. 2, November 1928, S. 48 (Volksbelustigung); Nr. 3, Dezember 1928, S. 68f (Erich Mühsam, Staatsanarchismus); Nr. 4, Januar 1929, S. 91f (Erich Mühsam, Schlußwort zum Falle Oestreich)
(6) Mühsam, Staatsanarchismus, a.a.O., S. 69

Neue Beiträge

Moin,

• Jetzt auch als pdf-Broschüre erhältlich: Der syndikalistische Streik auf dem Dampfer Vaterland 1914
Vaterland1914

• Die eingescannten Ausgaben und das Inhaltsverzeichnis der anarchistisch-syndikalistischen Zeitung KAMPF aus Hamburg (1912-14) haben wir als pdf-Datei eingestellt.
Es sind nun aller erschienenen Ausgaben Oktober 1913 bis Juni 1914 online.
KAMPF – Inhaltsverzeichnis und eine Einführung findet sich ebenfalls im Unterverzeichnis.

roche_signet»Am schlimmsten sind die Zustände in der Vulkan-Werft, wo das gesamte Personal gänzlich in der Hand des Syndikalisten Roche und ein Eingreifen ohne die Zustimmung des Arbeiterrates gänzlich ausgeschlossen ist. Die Chefs erhielten Warnbriefe (…), in ihren Betrieben würde kein Stein auf dem anderen bleiben, usw.«
• Politischen Polizei – Lagebericht der vom 18.8.1919

»Vulcan-Werft: Die Belegschaft der Vulcan-Werft ist fast vollständig zu der Arbeiter-Union übergetreten, nachdem sich auch der Syndikalist Roche, der als der Führer der Vulcan-Arbeiter bezeichnet werden muss, für die Union erklärt hat. Das gleiche gilt von Appel, dem Vorsitzenden der revolutionären Obleute. Die Vulcan-Werft ist als eine der radikalsten Betriebe Hamburgs zu bezeichnen.«
• Politische Polizei – Wochenbericht Nr. 8 vom 6.10.1919

»Personalien. Der Haupthetzer auf der Vulcanwerft ist der Syndikalist Roche. Sein Einfluss auf die Arbeiterschaft ist ungeheuer und mit Recht wird behauptet, dass er die Seele des verderblichen Widerstandes gegen Vernunft und Ordnung eines grossen Teils der Arbeiterschaft ist. In allen Versammlungen, in denen er spricht, muss immer wieder festgestellt werden, dass seine aufreizenden, mit guter Beredsamkeit und Geschick vorgetragenen Ausführungen den stark gefährdeten Wirkungen auf die Zuhörerschaft ausüben.“
•Politische Polizei – Wochenbericht Nr. 9 vom 13.10.1919

was-wollen-die-syndikalistenDie Broschüre ‘Was wollen die Syndikalisten?‘ erschien im Frühjahr 1919.

Ende Mai 2009 erscheint die Broschüre ‘Sozialismus und Syndikalismus‘ – wir publizieren in ihr neben den drei Beiträgen ‘Einheitslohn und Arbeitersolidarität‘, ‘Zwei Sozialisierungsfragen‘ und ‘Organisierte direkte Aktion‘ [sie sind hier im Archiv zu lesen] auch diese selten verfügbare Schrift zur Strategie und Taktik der Syndikalisten nach der gescheiterten Novemberrevolution 1918.

karl-roche-syndikalist

Eine politisch-biographische Skizze

Vorbemerkung

Dieser Text ist eine Zusammenfassung unserer bisherigen Forschungen zur Biographie Karl Roches, ein Zwischenbericht. Obwohl bei weitem nicht vollständig, können wir schon hier einige Lücken schließen und Fehlin­for­mationen korrigieren, die sich vor allem in der älteren Literatur finden und meist die Zeit bis zum Ende des Ersten Weltkrieges im Jahre 1918 betreffen.

Karl Roche war verheiratet mit Emma, geb. Lange, geboren am 22. 8. 1864 in Thorn/Ostpreußen. Sie hatten miteinander wenigstens 2 Kinder. Mehr wissen wir momentan nicht.


• Archiv Karl RocheRegionales Archiv zur Dokumentation des antiautoritäten Sozialismus (Anarchosyndikalismus, Anarchismus und Rätekommunismuis) RADAS – Hamburg, im April 2009


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Wir stellen die ersten drei Ausgaben der BARRiKADE hiermit ins Netz als pdf-Dateien.
Es sind kleine Dateien – wer mehr möchte, muß sich die Ausgaben weiterhin kaufen.

barrikade-1

barrikade-2

barrikade-3

Die ISBF – die syndikalistische Bauarbeiter-Föderation der IAA
und Der Streik der Düsseldorfer Bauarbeiter der FAUD 1932

Außerdem findet ihr hier unsere Zusammenstellung zum Schwerpunkt-Thema BAUARBEITER der Ausgaben 4 und 5 – insgesamt 120 Seiten stark. Wir haben alle uns verfügbaren Materialien in eine pdf-Datei gepackt. Sie enthält auch drei schwedisch-sprachige Protokolle des ISBF-Kongresse von Lyon (17. November 1926) und Lüttich (1928).
Viel Spaß beim Stöbern und Erkenntnisgewinn!

ISBF – Bauarbeiter 1924-1932 klein

U-Bahn-Bau in Hamburg 1913


Wer die Datei in größerer Auflösung haben möchte, möge sich bei uns melden.

Einen kurzen Abriß über den Arbeiter- und Soldatenrat von Groß-Hamburg haben wir als gemeinsame kleine Broschüre mit dem ASK/VAB Hamburg-Altona herausgegeben.

Hier könnt ihr Euch diese Broschüre downloaden
AuR 1919-brosch

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